LiPlan: Offene Posten und nicht verrechnete Leistungen
Bei der Definition der LiPlan-Struktur - also bei der „Freien Strukturierung“ - kann man indirekt definieren, ob Debitoren usw. automatisch berücksichtigt bzw. berechnet werden. Dazu muss folgendes getan werden:
Nettovariante:
Debitoren... / Erwartete Debitoren... / Veränderung Debitoren... Kreditoren... / Erwartete Kreditoren... / Veränderung Kreditoren... Leistungen... / Erbrachte Leistungen... / Veränderung Leistungen... Einen Struktureintrag definieren, welcher erstens keine Untereinträge hat (auch keine Konten) und welcher zweitens irgendwo in seiner Bezeichnung „Debitoren…“, „Kreditoren…“ oder „Leistungen…“ beinhaltet. Dabei sind auch die drei den Worten angehängte Punkte wichtig. Gibt es einen Struktureintrag, welcher z.B. „Veränderung Debitoren“ heisst, so ist das ein „gewöhnlicher“ Eintrag (ev. mit Untereinträgen bzw. mit Konten), welcher im LiPlan normal bearbeitet werden kann und nicht automatisch vorberechnet wird (ausser er beinhaltet Konten, deren Budget dann genommen würde). Gibt es aber einen Struktureintrag, der „Veränderung Debitoren…“ oder „Erwartete Debitoren…“ oder „Debitoren…, welche zu erwarten sind“ heisst, so werden die Zahlen dieses Eintrags vorberechnet. Und zwar weil in allen drei Beispielen irgendwo „Debitoren…“ (mit drei Punkten) vorkommt (das kann auch „irgendwo in der Mitte“ sein). Das Analoge gilt auch für „Kreditoren…“ und für „Leistungen…“.
Bruttovariante:
Zu- und Abnahme Debitoren: (-)
Gestellte Kundenrechnungen... Erhaltene Einzahlungen... (-) Nachstehend das Beispiel für die Handhabung der Struktureigenschaft (-), welches sinngemäss auch für die Kreditoren oder die noch nicht verrechneten Leistungen gilt:

Zu- und Abnahme Kreditoren:
Erfasste Lieferantenrechnungen... Erstellte Auszahlungen... (-) Mehr über solche Möglichkeiten erfährt man über das Markieren der ersten Strukturzeile im LiPlan und mittels des blauen Info-Buttons.
Debitoren und Kreditoren vor dem Stichtag
Es werden die effektiven Debitorensalden gezogen, wie sie zu den Daten vor dem Stichtag waren.
Wie berechnen sich die erwarteten Debitoren?
In der Strukturierung der Debitoren ist die Eigenschaft (-) zu setzen, denn Zunahmen von Debitoren führen dazu, dass die liquiden Mittel abnehmen, d.h.
- Debitoren-Zunahmen sind abzuziehen und
- Debitoren-Abnahmen dazu zu zählen (weil Debitoren-Bestandesabnahmen zur Zunahme der flüssigen Mittel führen). Oder anders ausgedrückt: Die verbuchten Debitoren erzeugen die Ist-Zahlen in der Erfolgsrechnung (Umsätze). Die Berücksichtigung der Veränderungen korrigiert sie aus Liquiditätssicht, da diese Betreffnisse noch nicht liquiditätswirksam sind/waren. bossERP sucht wie folgt:
Zuerst werden die gültigen Dossiers gesucht.
- Gültige Dossiers sind:
- Falls es im Register CRM des Dossiers ein Zahlungszieldatum hat, wird dieses Datum für alle seine Belege genommen, d.h. das Zahlbar-bis-Datum des Beleges ist nicht mehr massgebend.
- Alle relevanten Belege aus nicht verlorenen Dossiers und
- Alle relevanten Belege aus nicht stornierten Dossiers
- Das Dossierdatum selber spielt keine Rolle.
Dann die zu ihnen gehörenden relevanten Belege
Unter dem Begriff "alle relevanten Belege" ist folgendes gemeint: es werden alle nachstehenden Belegtotale zusammengezählt, falls das Zahlbar-bis-Datum des Beleges vor dem Perioden-Enddatum (also innerhalb des Plan-Betrachtungszeitraumes der Periode (z.B. des Monats) liegt) und es Belege sind, die aus gültigen Dossiers stammen:
- Belege mit einem gültigen Zahlbar-bis-Datum kleiner als der Perioden-Enddatum
- Ist der Beleg bereits verfallen, dient das Geplante Zahl-Datum in Register 2
- Das Geplant-Zahl-Datum geht dem Zahlbar-Bis-Datum vor, d.h. während das Zahlbar-Bis-Datum das "juristische" Zahlungsverfalldatum ist, ist das Geplant-Zahl-Datum das finanzwirtschaftlich voraussehbare Datum.
- Rechnungen,
- Lieferscheine ohne Rechnungen (also noch nicht fakturierte Lieferscheine),
- Auftragsbestätigungen ohne Lieferscheine
- bzw. Auftragsbestätigungen ohne Rechnungen. Danach werden alle auf diesen gesuchten Belegen deren eingegangenen Kundenzahlungen subtrahiert. Regeln beachten:
- Es werden die Rechnungen nach Verfalldatum in die entsprechende Periode gestellt.
- Sind Zahlungen oder Teilzahlungen darauf erfolgt, werden deren Zahl-Verfalldatum in der entsprechenden Spalte berücksichtigt.
- Gibt es kein Geplant-Zahldatum, gilt das Zahlbar-Bis-Datum.
- Ist dieses verfallen und fehlt ein Geplant-Zahldatum, wird weder der Beleg als OP korrigiert noch die Zahlung prognostiziert.
- Darum: Debitoren (und Kreditoren) bewirtschaften.
- Gibt es einen Beleg in der Zukunft, wird dieser berücksichtigt, auch wenn er noch nicht gebucht ist.
- Auch dessen Zahlung (z.B. auf ein Sperrkonto auf einen bestimmten Termin).
Berechnung
- Es werden auch alle relevanten Auftragsbestätigungen dieser Dossiers mit Belegdatum kleiner Perioden-Enddatum berücksichtigt: Das ergibt den Totalbetrag aller Bestätigungen (per Datum) (1).
- Alle auf solchen Dossiers bzw. auf deren relevanten Belegen einbezahlten Beträge mit Valuta der Zahlung kleiner Perioden-Enddatum: Das ergibt das Total der eingetroffenen Zahlungen (per Datum) (2).
- Zu erwartende Debitoreinnahmen = (1) minus (2) Denn diese zu erwartenden Debitoreneinnahmen muss man zum Zeitpunkt des jeweiligen Monats ja abziehen, wenn sie noch nicht erfolgt sind. Denn im Umsatz steht der Fakturabetrag, der korrigiert werden muss, falls er noch nicht bezahlt ist.
Wie berechnen sich die erwarteten Kreditoren?
In der Strukturierung der Kreditoren ist die Eigenschaft nicht mit einem (-) zu setzen. Oder anders ausgedrückt: Die verbuchtenKreditoren erzeugen die Ist-Zahlen in der Erfolgsrechnung (Aufwände) oder in der Bilanz bezüglich Investitionen. Die Berücksichtigung der Veränderungen korrigiert sie aus Liquiditätssicht, da diese Betreffnisse noch nicht liquiditätswirksam sind/waren. bossERP sucht wie folgt:
- Im Gegensatz zu den Debitoren bleiben hier die Dossiers unberücksichtigt. Alle Bestellungen mit Datum kleiner Perioden-Enddatum (also innerhalb des Plan-Betrachtungszeitraumes liegen): Das ergibt den Totalbetrag aller Bestellungen (per Datum) (1)
- Alle Auszahlungen mit Valuta kleiner Periodenenddatum. Ist das Zahlbar-bis-Datum bereits abgelaufen und der Bestellbeleg verfallen, wird das Geplante Zahldatum gemäss Register 1 berücksichtigt: Das ergibt das Total aller geleisteten Auszahlungen (per Datum) (2)
- Zu erwartende Kreditorausgaben: = (1) minus (2) Denn diese zu erwartenden Kreditorenzahlungen muss man zum Zeitpunkt des jeweiligen Monats dazuzählen, wenn sie noch nicht erfolgt sind. Denn im Aufwand steht der Lieferantenrechungsbetrag als Minus, der korrigiert werden muss, wenn er noch nicht bezahlt ist. Beachten Sie auch hier die gleichen Regeln, wie sie unter Debitoren in diesem Kapitel beschrieben sind.
Wie berechnen sich die noch nicht fakturierten Leistungen?
- Alle verrechenbaren Leistungen mit Datum kleiner Perioden-Enddatum: Das ergibt den Totalbetrag aller geschuldeten Leistungen (per Datum) (1)
- Alle verrechneten Leistungen mit Rechnungsvaluta kleiner Periodenenddatum Das ergibt das Total aller bereits verrechneten Leistungen (per Datum) (2)
- Zu erwartende Leistungen: = (1) minus (2) Ein Minus kann es nicht geben, denn das Total der verrechenbaren Leistungen ist zwangsläufig höher als die verrechneten Leistungen.
Der Saldo der noch nicht verrechneten Leistungen wird gleich gehandhabt wie bei den Debitoren (was die zu berücksichtigenden Dossiers betrifft).