Geldflussrechnung
Auswerten - Finanzauswertungen Durch das Erstellen von speziellen Auswertungsregeln, die vornehmlich die Bewegungen der Berichtsjahre darstellen, können via SuperReport Geldflussrechnungen über eine bis drei Vergleichsperioden erstellt werden. Wichtig dabei ist, dass einerseits die Kontenpläne so gestaltet werden, dass die Auswertungen sinnvoll via Auswertungsregeln erfolgen können und andererseits die Buchungen richtig vorgenommen werden. Insbesondere empfehlen wir die Brutto-Buchungsmethode, weil Saldoverbuchungen oder Saldoverrechnungen schlecht bis überhaupt nicht auswertbar sind. Einmal erstellte Auswertungsregeln und Kontenpläne müssen immer wieder auf ihre Vollständigkeit und Richtigkeit überprüft werden. Entweder ändern sich Strukturen oder es werden Konten nicht mehr weitergeführt, neu eröffnet oder für andere Zwecke verwendet.
Information
Ein ständiges Umstellen im Kontenplan führt natürlicherweise nicht zu einer höheren Transparenz und erschwert die Vergleichbarkeit und die Strukturierbarkeit in den Auswertungsregeln.
Methodisches
Mittel- oder Geldflussrechnungen wollen den Mittelzu- oder Abfluss der Geldbestände (= Fonds Geld) nachweisen, d.h. aufgrund welcher Tätigkeiten oder Ursachen Geldmittel zu- und abgeflossen sind. Das Ergebnis ist der Geldzu- oder Geldabfluss. Im nachstehenden Beispiel sind folgende Geldströme abgebildet: Zahlungen von Kunden unter Berücksichtigung des Umsatzes, der Wertberichtigungen und Rückstellungen auf Umsätzen (Eliminierung derselben, da sie nicht liquiditätswirksam sind), der Bestandesveränderung an angefangenen Arbeiten und der Zu- bzw. Abnahme des Debitorenbestandes Zahlungen an Lieferanten unter Berücksichtigung des Waren- bzw. Dienstleistungsaufwandes, der Wertberichtigungen und Rückstellungen auf Material- + Dienstleistungsaufwänden (auch hier Eliminierung derselben, da sie nicht liquiditätswirksam sind), der Bestandesveränderung an Vorräten und der Zu- bzw. Abnahme des Kreditorenbestandes (wobei dies summarisch über alle Lieferantenarten erfolgt). Da die Aufwandposition Waren- bzw. Dienstleistungsaufwand "positiv" angedruckt wird, sind die Zunahmen von Aktivpositionen ebenfalls positiv und die Zunahmen der Passivpositionen negativ ausgewiesen. Zahlungen an Mitarbeitende unter Berücksichtigung von gebildeten oder aufgelösten Rückstellungen für 13. Gehälter (oder andere), weil sie nicht liquiditätswirksam sind und der Bestandesveränderung der Abrechnungskonten gegenüber Sozialinstitutionen (inkl. Quellensteuern). Da die Aufwandposition Personalaufwand "positiv" angedruckt wird, sind die Zunahmen der passiven Sozialabrechnungskonten negativ bzw. die Abnahmen derselben positiv ausgewiesen. Kapitaldienstzahlungen (kurz- und langfristige Zinsen) inkl. der Kosten im Sinne der Berücksichtigung von Finanzerträgen und -aufwände. Falls Rückstellungen gebildet bzw. aufgelöst worden sind, sind auch diese zu eliminieren bzw. nicht zu berücksichtigen, weil sie nicht liquiditätswirksam sind. Damit man hier eine saubere Darstellung erhält, müssen solche Positionen in separate TA- bzw. TP-Konten gebucht werden, sonst erscheinen sie saldiert unter sonstige Zahlungsein- und ausgänge (siehe nachstehend). Sonstige Zahlungsein- bzw. -ausgänge unter Berücksichtigung von Veränderungen der übrigen Aktiv- und Passivpositionen: Zunahme von Passiven und Abnahme von Aktiven -> Minus bzw. Abnahme von Passiven und Zunahme von Aktiven -> Plus. Achtung: Dividendenzahlungen aus dem Vorjahresgewinn (!) sind zu eliminieren (weil sie im Finanzierungsbereich ausgewiesen werden). Nicht zu vergessen ist, dass allfällig noch nicht bezahlte Dividenden aus weiteren Vorjahren mitberücksichtigt werden müssen (indem ausnahmsweise die Veränderung des Kontos "Dividenden" inkl. Saldovortrag zu berücksichtigen ist). Im Investitionsbereich darf im Mittelabfluss für Investitionen nur die liquiditätswirksame Zunahme der Anlagekonten berücksichtigt werden. Andere Auf- oder Abwertungen müssten allenfalls eliminiert werden. Demgegenüber darf im Mittelzufluss nur der Zahlungseingang für Desinvestionen berücksichtigt werden, d.h. Abschreibungsbuchungen müssen eliminiert sein. Im Finanzierungsbereich sind Kapitalerhöhungen und Erhöhungen von Passivdarlehen positiv, Kapitalherabsetzungen und Rückzahlung von Passivdarlehen negativ darzustellen. Die für im Vorjahr erzielten Gewinne bezahlten Dividenden sind hier als minus aufzuführen.
Technisches
In die Regeln (z.B. Regel_1) müssen die Auswertungsregeln tippfehlerfrei (also genau ihrer Entsprechung in der Tabelle "Auswertungsregeln") entsprechen (z.B. 50_Umsatz). In die Titel (z.B. Titel_1 sollen jene Texte, die auf der Auswertung angedruckt werden sollen (z.B. Umsatz netto). Die Bestandesveränderungen sind unter den Aufwandkonten xx80, die Wertberichtigungs- und Rückstellungsbildung unter xx95 zu finden. Nicht genutzte, vorgegebene Regeln müssen in der Bezeichnung der Regel selber zwingend mit dem Wort "leer" gefüllt sein. Beispiel: leer_20_Eigenkapital.
Andere Hinweise
Eliminierungen und dergleichen sind in den Auswertungsregeln zu definieren. Wenn man es wirklich ganz genau haben will und damit "artgerechte" Zuweisungen unter die verschiedenen Bereiche möglich werden, müssten sie in separaten Konten gebucht werden. In einem solchen Fall empfehlen wir, in den Aktiven und Passiven Rechnungsabgrenzungen solche separat zu führen für "Kunden", "Lieferanten", "Mitarbeitende", "Kapitaldienste", "Sonstige". Nur so ist eine technische Aufbereitung relativ einfach möglich. Hinweis: dies müsste aber zusätzlich zum bestehenden Standard eingerichtet werden.
Hinweis zum Cashflow-Begriff
In der Geldflussrechnung bedeutet der Cashflow eigentlich nichts anderes als der effektive Bargeldfluss aus der effektiven Betriebstätigkeit, d.h. alle Positionen der Betriebstätigkeit (Umsatz, Einkauf, Personal, Übriges), die nicht liquiditätswirksam sind, werden "herausoperiert"; alle Veränderungen an Aktiv- und Passivkonten ebenfalls. Demnach kann man nun nicht einfach hingegen und diesen so dargestellten Cashflow mit dem herkömmlichen Cashflow-Begriff Reingewinn plus Abschreibungen plus/minus Rückstellungsbildung vergleichen. Darum unterscheiden wir den sog. "Operativen Cashflow aus Betriebstätigkeit" und den "Cashflow", welcher sich aus der Gesamttätigkeit des Unternehmens bildet.
Weiteres zum Standard-Report Geldflussrechnung
- Zieldaten: In den Druckparametern können Ziel-Daten zu Vergleichszwecken hinterlegt werden.
- Abweichung oder VorVorjahr andrucken ? Wird im Druckparameter "A" eingetragen, werden die Abweichungen der beiden Vergleichsjahre errechnet und gedruckt. Wird "V" oder ein anderer oder kein Eintrag gemacht, wird - sofern als 3. Vergleichsjahr das VorVorjahr eingetragen wird, dieses zusätzlich als dritte Vergleichsspalte angedruckt. Beispiel hier